-
STÖRFELD GEFÜHLE


STÖRFELD
GEFÜHLE
HIER LIEGE ICH EBEN WACH
MORGEN GRAUT DIESER NACHT
UND FRAGE MICH, WAS HABE ICH
WIEDER EINMAL FALSCH GEMACHT
.
JA, SCHON, ICH VERSUCHE DIE GUTEN
GEDANKEN ZU NÄHREN & ZU FÜTTERN
ABER HIN UND WIEDER KANN UNMUT
SCHULD, GAR NICHTS ERSCHÜTTERN
.
VERGESSEN SCHEINEN AUCH ALLE
NOCH SO GUTEN INTENTIONEN
AUCH WENN DOCH PRESENT
ES SOLL SICH JA LOHNEN
.
ICH MÖCHTE SCHLAFEN
AUGEN BLEIBEN OFFEN
GEDANKLICHE HÖLZER
VON ZWEIFEL BESOFFEN
.
STÖRFELDER EMOTIONEN
STÖRFELDER SCHULD, PLAGE
STÖRFELDER WIRRE GEDANKEN
STÖREN NUN & MAL, KEINE FRAGE
.
DAS GUTE KOMMT MEIST ZUM SCHLUSS
ABER SO LANGE IST KEINER GEBLIEBEN
WANN FINDET SICH GESUCHTES GOLD
WIE LANGE SOLL ICH NOCH SIEBEN?
.
DER WILDE WESTEN TOBT NOCH
DORT OBEN IN MEINEM KOPFE
MEDITATIONEN VERGESSEN
JEDEM GONG ZUM TROTZE
.
DOCH FRIEDEN RUHET, JA
TIEF IN MIR DRIN, DANEBEN
DARAUF WARTEND, GEDULDIG
MIR WOHLGEFALLEN ZU GEBEN
.
WOHLGEFALLEN DER MILDEN
GEFÄLLIGEN ART & WEISEN
EIN LEICHTERES GEPÄCK
HEIL & FROHES REISEN
.
ICH NEHME ES, GERNE
ICH NEHME ES, GUT, AN
ICH NEHME GEGEBENES
UND BLEIBE AUCH DRAN
.
WENDE ES NICHT WIEDER
WEGEN DIR, GEGEN MICH
BIN LOSGELÖST, BIN FREI
SPIELEND, REINER TISCH
.
SO SEI ES & BLEIBE SO
MEINES & ERBARMEN
LEICHTIGKEIT, SEIN
HOCHRUF & AMEN
.
HC_THIESGEN
DEC 9TH, 2022
7:20 AM (CET)
-
Sehnsucht


(Petra Ewers, Textbild „Sehnsucht“, 2023).
Sehnsucht
Im
täglichen
Vorwärtsgehen,
oftmaligem
Stolpern
spüre ich
eine Kälte,
die mir
meinen
Atem
nimmt.
Ich möchte
innehalten
den Moment,
wo ich mich
zu sehr
verlor.
.
(Petra Ewers, Gedicht aus ihrem
Buch: „Eine Rose im Schnee“)
-
Termin – Monatstreffen:

Als Gruppe treffen wir uns regelmäßig, im allgemeinen am ersten Donnerstag im Monat. Im Monat März ist es der zweite Tag des Monats.
Zeit: 02.03.2023, 19:00 Uhr
Ort: Pölkenhof*, Pölkenstraße 38, 06484 Quedlinburg
Interessenten sind herzlich eingeladen es geht in diesen Treffen um Absprache, „Information und Erfahrungsaustausch bei strikter Einhaltung der dazugehörigen humoristischen Note in einer Umgebung, die sich durchaus als Ideen-Kreißsaal bezeichnen ließe. Ein Treff, in dessen Folge Weltliteratur zu produzieren nicht beabsichtigt, aber auch nicht verboten ist. Eine Runde, die zur Regelmäßigkeit zwingt und die es zulässt, sich wohlzufühlen.“, schrieb ein Teilnehmer zum letzten Treffen in einer E-Mail und besser ist nicht auszudrücken.
Nicht nur in Rahmen dieser Treffen ist es unser Bestreben eine offene und tolerante Diskussionskultur, wie sie in der Gegenwart selten zu finden, zu pflegen.
Ein Themenschwerpunkt: Veranstaltungen unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des diesjährigen Quedlinburger Bücherfrühling. Insbesondere die drei Veranstaltungen im Monat März.
-
Antike Geschichte?


.
Antike Geschichte?
Homer, lang ist es her,
als ich seine Ilias gelesen,
es starben viele,
durch Schwert, Pfeil und Sperr,
doch des Achilles Ferse,
ist in Erinnerung geblieben,
genauso wie das hölzern Pferd,
welches Odysseus spicken ließ,
mit Mord-lüsternen Gesellen,
um den Trojanern eine Falle zu stellen!
Weiterhöhren -
„Alle reden, keiner hört zu“


.
Alle reden
keiner
hört zu.
Worte der
Leere
umrahmen
einen Schein.
Alle reden
keiner
hört den
Schrei
aus seinen
inneren
Tiefen.
Alle reden
keiner
hört zu
und stürzt
hilflos
verstummend
in sich selbst.
.
(Petra Ewers, Gedicht
„Alle reden, keiner hört zu“ aus
ihrem Buch „Eine Rose im Schnee“)
-
Drei Frösche


.
Drei Frösche!
.
Drei Frösche sind´s gewesen,
ein Optimist,
ein Pessimist,
der dritte war ein Realist,
die spielend eine Wiese querten,
auf der ein Eimer frischer Milch,
ihn zum Verhängnis werden wollte.
.
Sie sprangen rein,
so ungewollt,
im Spiele ganz vergessen,
und als sie schwammen,
in der Milch,
da stellte fest,
der Pessimist,
wie hoffnungslos das Leben ist,
und tat aus diesem scheiden!
.
Der zweite optimistisch war,
und freute sich sogar,
er gab sich ganz der Hoffnung hin,
und Milch lief in den Schlund ihm rinn,
… ertrunken sind sie beide.
.
Der letzte nun,
der Realist,
er dachte nach,
was er wohl ist,
und fing zu strampeln kräftig an,
er machte das,
was er wohl kann!
.
Die Milch dadurch verändert wurde,
gar fest die Konsistenz,
er sprang hinaus,
auf Wiesenland,
wo …
er verschwand,
oder
ihn der Storch dann fand!
(mehr …) -
DAS ALTE LIED


.
DAS ALTE LIED
.
ZÄRTLICHKEIT UND GÜTE
GROSSMUT SO FÜR DEN FALL
VERSTÄNDNIS FÜR MEINE WESEN
UND LIEBE UND FRIEDEN ÜBERALL
.
DU FRAGST – WAS MEIN HERZ BEGEHRT
WELCHE VORSTELLUNGEN MICH LENKEN
MÖCHTE ANSTATT PERLEN VOR DIE SÄUE
NUR EINMAL MEIN HERZ VERSCHENKEN
.
ABER MENSCHEN WOLLEN EIN “GEMACHT”
UND NICHT WIRKLICH EIN “EWIG WERDEN”
SIE BEGEHREN NICHT EIN EINFACHES SEIN
MINUS PROFANE UND EITLE GEBÄRDEN
.
VERABSCHEUE ICH DIESE HÜLLE
BIN ICH EIN LIEBHABER GEMEIN
DAS EINE KANN JA MEIST NICHT
OHNE AUCH DAS ANDERE SEIN
.
DENNOCH BIN ICH JETZT HIER
& WAR GLEICHERMASSEN DORT
WER IMMER AUCH DER GEIST WAR
WIEDER AUS MEINEM LEBEN, FORT
.
EIN PHANTOM UND AUCH EIN FLIEHEN
EIN GEHEN OHNE STIL, OHNE REIM
KEIN WIRKLICHES “INTER ESSE”
IN MEINER SEELE – “NEIN.”
.
EIN MÜRBES, WENN AUCH BEZAUBERNDES
UNSAGBARES “DEJAVU” OHNE GLEICHEN
KAUM ZU ERINNERN UND GAR NICHT
IRGENDWIE NUR ZU BEGREIFEN
.
GLEITE MEINETWEGEN DOCH DAHIN, SO SEI’S
IM STROME DEINES- & “MEISTER“ – GLEICHEN
UM VORGEFERTIGTE KONVENTIONELLE ZIELE
IN WELCHEINER WELT PER SE ZU ERREICHEN
.
GIBT ES MIR DEN REST AUF DER BERÜHMTEN SPITZE
DAS WASSER QUILLT UND STEHT MIR BIS ZUM HALS
DIE TRÄNEN MÄSTEN DEN UNSICHTBAREN PEGEL
ES GEHT NUR NOCH NACH OBEN, ALLENFALLS
.
LEIDER GLAUBE ICH NICHT, ICH KANN FLIEGEN
UND ICH SEHE WEIT UND BREIT KEIN LAND
KEIN RETTUNGSRING, KEIN DAMPFER
EINE PLATTE, JA, NUR OHNE RAND
.
“GOTT”, GIB MIR DOCH FLÜGEL
EIN WUNDER VOR DEM HERRN
SCHENKE MIR EIN NEUES LIED
ETWAS DIVINES, EINEN STERN
.
MEINE TRAURIGKEIT IST UNERMESSLICH
MEINER WUNDE SCHMERZ ERSCHEINT LEER
DAS LEBEN IST ANGEBLICH DOCH NUR “EINS”
ABER ICH BIN DOCH UNHEIMLICH VIEL MEHR
.
SO EIN “MEER” VOLL VON SCHERBEN
EIN PATCHWORK OHNE SCHNEIDER
GERN WÄRE ICH AUCH MAL “ZWEI”
DOCH VEREINE ICH NICHT, LEIDER
.
ICH BIN GANZ BELANGLOS
KÖNNTE KLEINER NICHT SEIN
ABER MEIN SCHATTEN IST RIESIG
IM FLACKERNDEN KERZENSCHEIN
.
HC_THIESGEN
NOV 17TH, 2008
8:55 PM (UTC -3)
-
Bittere Gedanken

Nachts sind alle Katzen grau, heißt es lapidar. Wenn aber die Nacht ihre schwarze Decke lüftet, wenn ein neuer Tag das Gestern zum Heute macht, dann wird alles sichtbar, was das Dunkel der Nacht den Blicken für ein paar Stunden entzogen hat. Gutes und Schlechtes. Dann begegnen sich flüchtig Reichtum und Armut. Dann gehen die Gutbetuchten an denen vorüber, die sich aus ihrem Pappkarton schälen und die frostige Nacht aus ihren Knochen schütteln. Und während die einen im Warmen ihren Espresso genießen, holen sich die anderen einen Schluck Wärme aus der Flasche, in der der Tod lauert.
Dem drohenden Entzug entfliehen, die Vergangenheit töten und von einem anderen, besseren Leben träumen, das ist ihr Luxus, ihr Reichtum im Angesicht ihres Elends.
Und wenn nichts mehr geht, dann halten sie bettelnd ihre zitternde Hand denen entgegen, denen es besser zu gehen scheint, um auch diesen Tag zu überleben. Ein Leben von Minute zu Minute. Immer hoffend auf ein Wunder. Und so wechseln Tag und Nacht immer auf die gleiche grausame Weise, bis zur Erlösung durch medizinische Hilfe oder durch den Tod.
Niemand sollte sich über diese Menschen erheben und sie von oben herab als Säufer bezeichnen. Sie sind krank. Und diese Krankheit macht keinen Unterschied zwischen arm und reich. Sie hat ihre Opfer schneller im Griff als vermutet und macht sie letztlich immer zu ihren Sklaven. Ich kenne Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft, gestern noch in Familie, Beruf und Verantwortung, heute zum Heer derer gehörend, die mit der Flasche in der Hand und dem Kainsmal auf der Stirn dahinvegetieren. Viele haben es nicht geschafft, sind verreckt.
Denen gelten besonders meine Gedanken. Gerade in der Kälte des Winters denke ich an die, die noch oder die immer unterwegs sind, ohne jemals anzukommen.
Jürgen Engelmann
Febr. 2020
-
Eine Rose im Schnee


(Petra Ewers, Textbild „Eine Rose im Schnee“, 2023).
Eine Rose
im Schnee
streichelt
mit ihrer
samtenen Wärme
Eiskristalle
und erfriert
blutrot im
frostigen Spiel
unbedachter
Winterzeiten.
.
(Petra Ewers, Gedicht „Eine Rose im Schnee“
aus ihrem gleichnamigen Buch)
-
Wahlen


Rathaus Quedlinburg





















